Stoppt die illegalen Luchstötungen!

Die illegalen Tötungen von zwei Luchsen im Sommer 2015 haben deutlich gezeigt, wie schwierig es für den Luchs immer noch ist, im Bayerischen Wald zu überleben. Der Bund Naturschutz hat daher einen offenen Brief an unseren Ministerpräsidenten Horst Seehofer geschrieben, mit der Bitte die Aufklärung der illegalen Luchstötungen voranzutreiben.

Nach dem Veröffentlichen dieses Briefes und zahlreichen Fernseh- und Zeitungsartikeln über die illegalen Luchstötungen und die ergebnislose Suche nach den Tätern ist zumindest bei der Polizei Bewegung in die Sache gekommen. Nach einem Treffen im Polizeipräsidium Regensburg mit verschiedenen Verbändevertretern und Polizei, soll die illegale Tötung von streng geschützten Wildtieren wie dem Luchs in Zukunft nicht mehr wie ein Kavaliersdelikt behandelt werden. 

Besser wäre es die illegale Tötung von Luchsen ganz zu verhindern. Unterschreiben Sie daher auch den Brief an unseren Ministerpräsidenten Horst Seehofer, um unsere Luchse besser zu schützen!

Hier geht es zum Brief und zum unterschreiben:
https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/stoppt-die-wilderer-rettet-den-luchs.html


Weitere Infos:

In einem Streitgespräch in München mit dem Wildbiologen Ulrich Wotschikowsky und Eric Imm vom Bayerischen Jagdverband vertrat Kreisgruppen-Geschäftsführer Jens Schlüter den Bund Naturschutz:
https://www.br.de/mediathek/video/sendungen/abendschau-der-sueden/luchs-tierschutz-umweltdelikte-100.html

3sat berichtete ebenfalls in einer Sendung mit dem Thema "Umweltdetektive" über die abgetrennten Luchspfoten:
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=53126

 

 

 

 


Wildtiere im Fadenkreuz

Bei aller Freude über die Rückkehr vieler Tierarten, wie Wildkatze, Kolkrabe und Co: Es ist ein offenes Geheimnis, dass in deutschen Wäldern illegal Wildtiere abgeschossen werden. Wölfe, Luchse, Raubvögel, auch Wildkatzen wurden bereits erschossen aufgefunden. Ein Team des Bayerischen Fernsehens wollte dem Phänomen auf die Spur kommen und machte sich in der Sendung "Tatort Luchswald" auf den Weg in den Bayerischen Wald.

Ein Gastbeitrag von Angela Schmid und Angela Grass, Bayerisches Fernsehen

Das Gebiet um den Großen Arber im Bayerischen Wald gilt als das "Bermudadreieck der Luchse". Wie Fotofallen zeigen, verschwinden regelmäßig Raubkatzen. Oft spurlos. Aber dann werden zwei tote Luchskatzen entdeckt. Vergiftet und erschossen. Jetzt müsste es doch möglich sein, Spuren zu sichern, den Täter zu fassen. Fehlanzeige! Dazu kam es bis heute nicht, obwohl eine Prämie von über 15 000 Euro ausgesetzt ist.

Für uns Münchner Journalisten war das nicht nachvollziehbar und wir machten uns mit einem Filmteam und dem bekannten Tatortkommissar Andreas Hoppe als Frontmann auf den Weg, um nachzuforschen, was da los ist, warum niemand reden will.
Wir haben durchwegs erlebt, dass alle Leute oder Informanten, mit denen wir gesprochen bzw. telefoniert haben, Angst hatten. Sie wollten persönlich nicht in dem Film mit ihren Aussagen auftauchen. Wenn überhaupt waren sie nur bereit, anonym etwas zu sagen. Es herrscht also scheinbar eine Angst vor "sozialer Bestrafung", Ausgrenzung in der Jägerschaft, im Ort etc. bis hin zu extremen Ängsten wie "Die zünden mir das Haus an!" oder "Ich habe Angst, dass die mir meinen Hund vergiften!". Wir bekamen das Gefühl, dass die sozialen Strukturen im Bayerischen Wald stark sind: Jeder kennt jeden oder ist irgendwie verwandt. Wer will schon in seinem täglichen Umfeld angefeindet werden?

Die Bevölkerung befürwortet groß teils den Luchs, wie Umfragen zeigen und es gibt auch Jäger, die durchaus bereit gewesen wären, mit uns zu sprechen. Aber irgendwas ist dann geschehen. Plötzlich war Funkstille. Alle Termine wurden abgesagt. Druck "von oben", vom Jagdverband oder ihren Kreisjagdgruppen?
Wir fragen uns immer wieder, warum die Jägerschaft bereit ist, einige wenige "schwarze Schafe" in ihrer Mitte zu decken. Warum riskieren Jäger ihren Ruf? Es handelt sich bei Wilderei immerhin um eine Straftat. Und das Gesetz gilt eigentlich für alle. Im Grunde genommen scheint das Bedürfnis groß zu sein, endlich aus den negativen Schlagzeilen herauszukommen. Reaktionen von Zuschauern nach der Sendung zeigen: Viele wünschen sich, dass die Verunglimpfungen ihrer Region als Hotspot illegalen Tuns endlich ein Ende hat.
Wir sind überzeugt: Das kann erst Realität werden, wenn Wilderei nicht mehr durch von in der Region verwurzelten Beamten geleitet wird.