Bayerwald trifft Steigerwald – Kreisgruppen Regen, Deggendorf und Freyung-Grafenau im Steigerwald

Kultur, Natur, Kulinarisch! Mit diesen drei Schlagworten lässt sich die zweitägige Exkursion der Bund Naturschutz Kreisgruppen Regen, Deggendorf und Freyung-Grafenau umschreiben. Faszinierende Buchenwälder, prunkvolle Klosteranlage und ein Abstecher beim Winzer standen auf dem Programm.

Die Exkursionsteilnehmer unter einer Methusalem-Buche in Kleinengelein

Ein Methusalem wird vermessen.

09.05.2018

Der Steigerwald ist eines der schönsten bayerischen Laubwaldgebiete im Schnittpunkt der Regierungsbezirke Unter-, Mittel- und Oberfranken. Dort bemüht man sich seit Jahren um die Einrichtung eines Nationalparks. Doch bisher ohne Erfolg.

Ob es daran liegt, dass die Nationalpark-Gegner einfach lauter sind, oder Privatinteressen einiger weniger gegen eine Nationalpark-Ausweisung sprechen, konnte bei dem Kurzbesuch nicht ausgemacht werden. An mangelndem Naturpotential kann es jedenfalls nicht liegen. Die Exkursionsteilnehmer waren sehr beeindruckt vom Buchenwald, der sich so ganz anders präsentiert, als das gewohnte Waldbild zuhause.

Besonders staunten sie über die Artenvielfalt im Naturschutzgebiet „Kleinengelein“ mit seinen uralten Buchen, die dickste hat sogar einen Stammdurchmesser von 125 Zentimeter. Mit BN-Mitarbeiter Günther Oltsch, der auch die Ausstellung „Wilde Buchenwälder“ in Ebrach betreut, hatten sie einen erstklassigen Kenner von Flora und Fauna an ihrer Seite, der es verstand, die Schönheit des Steigerwalds mit Leidenschaft und Herzblut zu vermitteln. „Es wäre jammerschade, wenn dieses Juwel einer forstwirtschaftlichen Nutzung geopfert würde“, brachte Roland Schwab, der Vorsitzende der Kreisgruppe Regen, die Eindrücke der Exkursionsteilnehmer auf den Punkt. Peter Mayer, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Freyung-Grafenau fühlte sich, angesichts der großen Schilder „Nationalpark – NEIN danke!“ am Straßenrand, gar dreißig Jahre zurück­versetzt, als es auch im Bayerischen Wald noch Bedenken gegen einen Nationalpark gab. „Heute kann man darüber nur noch schmunzeln. Ich kenne niemanden, der daran zweifelt, welch wichtiger Wirtschaftsfaktor und Imageträger der Nationalpark für die Region ist,“ so Mayer.

„Natur Natur sein lassen“ und „Schöpfung bewahren“ sind die Leitmotive der Nationalparkidee. In diesem Sinne war der Besuch im ehemaligen Zisterzienserkloster der ideale Exkursionsauftakt. Beim Rundgang durch Treppenhaus, Kaisersaal und Kirche wurde die Reisgruppe von Bernhard Pillhofer begleitet und bekam einen kurzweiligen Einblick in die Kultur- und Siedlungsgeschichte Ebrachs.

Ein weiteres nettes Reisedetail bot die Unterkunft im Gasthof „Zum Alten Bahnhof“. Hier konnten im originalen Mitropa Speisewaggon, der sogar noch auf echtem Gleiskörper steht, die Eindrücke des ersten Tages nachklingen. Die Nationalparkfreunde aus dem Bayerischen Wald reisten mit dem Nationalpark-Partner-Verkehrsunternehmen Lambürger nach Ebrach und wurden von Busfahrer Marten sicher und geduldig zu allen Naturschauplätzen chauffiert. Sogar für eine Stärkung in einer typisch mainfränkischen Heckenwirtschaft blieb vor der Heimreise noch Zeit.